Licht, Dampf, Warmwasser und Umgebungstemperatur - Welche Aushärtemethode in welchem Fall einsetzen?

Der Markt für die Sanierung von Hausanschluss- und Grundleitungen entwickelt sich derzeit dynamisch. Lichthärtende Systeme sind auf dem Vormarsch. Doch welche Vorteile bringen diese Systeme wirklich mit? Welche Nachteile ergeben sich, die von Planern, Auftraggebern und Kanalsanierungsunternehmen beachtet werden müssen?

NEU: Aushärtung mit Licht „BRAWO® LumCure“ und einem styrolfreien Spezialharz

Ab sofort bietet BRAWOLINER® mit der neuartigen Technologie BRAWO® LumCure eine neue Aushärtetechnik und ein neues Harzsystem an. Mit der flexibel einsetzbaren UV-Anlage können aktuell bei einem Durchmesser von DN 150 ca. 0,5 Meter Liner pro Minute ausgehärtet werden. Mit einem Stromanschluss von 230 Volt braucht die Anlage keinen Starkstrom, um betrieben zu werden. Das zugehörige und neue Harzsystem BRAWO® LR ist ein einkomponentiges, styrolfreies Vinylesterharz (VE) für die UV-Lichtaushärtung. Dieses Spezialharz kann sowohl mit sogenannten UV-Gasentladungslampen als auch mit UV-Leuchtdioden (UV-LED) ausgehärtet werden. Das System ist aktuell im Durchmesserbereich zwischen DN 100 und DN 200 mit Haltungslängen bis zu 30 Meter einsetzbar. Dazu kann das gesamte Linerportfolio von BRAWOLINER® verwendet werden. Kunden müssen somit keine unterschiedlichen Liner vorhalten. Lediglich das lichthärtende Harz BRAWO® LR wird ergänzend benötigt.

Bild 1 & 2: Neue Lichtaushärte-Technologie BRAWO® LumCure im Einsatz
Bild 1 & 2: Neue Lichtaushärte-Technologie BRAWO® LumCure im Einsatz
Bild 1 & 2: Neue Lichtaushärte-Technologie BRAWO® LumCure im Einsatz

Maximale Flexibilität für jeden individuellen Anwendungsfall

Ziel von BRAWOLINER® ist, für Kunden die maximale Flexibilität auf den oft schwierig planbaren Baustellen der Gebäude- und Grundstücksentwässerung zu gewährleisten. Mit dem neuen Lichtaushärtesystem BRAWO® LumCure hat der Systemanbieter jetzt ein weiteres Modul neben den etablierten Epoxidharzsystemen und den Aushärteverfahren mit Umgebungstemperatur, Dampf und Wasser im Produktportfolio. Damit wird den Kunden und Anwendern eine noch größere Bandbreite an Möglichkeiten geboten, wodurch auf jedes Einsatz-Szenario individuell eingegangen werden kann.

Welche Aushärtemethode in welchem Fall idealerweise einsetzen?

Für Kanalsanierungsunternehmen, Planer und Auftraggeber stellt sich jetzt die Frage, welches System mit welcher Aushärtung in welchem Anwendungsfall idealerweise zu verwenden ist.

Beispielsweise sind mit der Lichthärtung unter Verwendung des styrolfreien Harzes deutlich schnellere Aushärtezeiten als bei warmhärtenden Epoxidharzen möglich. Hingegen lassen sich mit dem styrolfreien VE-Harz keine kraftschlüssigen Verbindungen zum Altrohr herstellen, wie es bei Epoxidharzen üblich ist.

Bei gängigen lichthärtenden Systemen entsteht ein Ringspalt durch Schrumpfungsprozesse im Harz. Das Harz verklebt nicht mit dem Altrohr. Der Ringspalt lässt Hinterläufigkeiten zu. So können z.B. Grundwasser und Wurzeln zwischen Liner-Außenseite und Altrohrinnenseite eindringen. Daher wird auch nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik die Einbindung von Schlauchlinern bei Ringspaltbildung durch Schrumpfungsprozesse mit z. B. Liner-Endmanschetten empfohlen.

Bild 3: Kraftschlüssige Verbindung von BRA-WOLINER® mit dem Epoxidharz BRAWO® I nach Warmwasser-Aushärtung
Bild 3: Kraftschlüssige Verbindung von BRA-WOLINER® mit dem Epoxidharz BRAWO® I nach Warmwasser-Aushärtung
Bild 4: Formschlüssige Verbindung von BRA-WOLINER® mit styrolfreies Vinylesterharz BRAWO LR® nach Licht-Aushärtung (geringe Ringspaltbildung durch Schrumpf)
Bild 4: Formschlüssige Verbindung von BRA-WOLINER® mit styrolfreies Vinylesterharz BRAWO LR® nach Licht-Aushärtung (geringe Ringspaltbildung durch Schrumpf)
Bild 5: Anbindung Schlauchliner mit Liner-endmanschette DN 100
Bild 5: Anbindung Schlauchliner mit Liner-endmanschette DN 100

So fordert das Arbeitsblatt DWA-A 143-3 (2014): „Die Anbindung an die vorhandenen Bauwerke umfasst die dauerhafte Abdichtung des Ringspaltes zwischen Altrohr und Schlauchliner sowie die Anbindung des Schlauchliners an das Bauwerk. Die Anbindung und Abdichtung kann durch folgende Techniken und/oder Materialien hergestellt werden, Quellband, GFK-Laminat, Reaktionsharzsysteme oder Manschetten.

Darüber hinaus fordert das Merkblatt DWA-M 144-3 (2012): „Ein Schlauchliner, der nach der Härtung einem Schrumpfungsprozess unterliegt, ist mit einem ausreichenden Überstand im Schacht abzuschneiden. Zwischen Schacht bzw. dem Altrohr und dem Schlauchliner ist der Ringspalt entlang aller Schnittkanten dauerhaft abzudichten. […] Für die Einbindung sind Epoxidharze, Isocyanatharze, Handlaminat oder Manschetten zu verwenden.

In Hauptkanälen ist dieses Vorgehen bei lichthärtenden Schlauchlinern seit Jahren Standard.

Somit bietet sich der Einsatz von lichthärtenden Schlauchlinern auf Baustellen der Gebäude- und Grundstücksentwässerung insbesondere da an, wo wenig oder keine Zuläufe und Abzweige an den Anschlusskanälen vorliegen. Weiterhin ist die gute Zugänglichkeit im Bereich des Startpunktes z. B. Schacht, Revisionsöffnung notwendig, um nach Abschluss des Schrumpfungsprozesses den Anschlussbereich gegen Hinterläufigkeiten mit z.B. Manschetten schützen zu können.

Somit bietet sich der Einsatz von lichthärtenden Schlauchlinern auf Baustellen der Gebäude- und Grundstücksentwässerung insbesondere da an, wo wenig oder keine Zuläufe und Abzweige an den Anschlusskanälen vorliegen. Weiterhin ist die gute Zugänglichkeit im Bereich des Startpunktes z. B. Schacht, Revisionsöffnung notwendig, um nach Abschluss des Schrumpfungsprozesses den Anschlussbereich gegen Hinterläufigkeiten mit z.B. Manschetten schützen zu können.

Bild 6: Grundstücksentwässerungsnetz prädestiniert für die Sanierung mit BRA-WOLINER® mit BRAWO® I, Epoxidharz aufgrund der zahlreichen Zuläufe und Ab-zweige.
Bild 6: Grundstücksentwässerungsnetz prädestiniert für die Sanierung mit BRA-WOLINER® mit BRAWO® I, Epoxidharz aufgrund der zahlreichen Zuläufe und Ab-zweige.
Anschlusskanal zwischen Revisions-schacht und öffentlicher Abwasserkanal prädesti-niert für die Sanierung mit BRAWOLINER® mit BRAWO® LR, styrolfreies Vinylesterharz aufgrund der nicht vorhandenen Zuläufe und Abzweige sowie der guten Zugänglichkeit
Bild 7: Anschlusskanal zwischen Revisions-schacht und öffentlicher Abwasserkanal prädesti-niert für die Sanierung mit BRAWOLINER® mit BRAWO® LR, styrolfreies Vinylesterharz aufgrund der nicht vorhandenen Zuläufe und Abzweige sowie der guten Zugänglichkeit des Startpunktes (Revisionsschacht).

Als Planungs- und Entscheidungshilfe für Einbauer, Planer und Auftraggeber sind in Tabelle 1 die verschiedenen Aushärtemethoden aufgeführt, die üblichen Einsatzbereiche beschrieben sowie die Vor- und Nachteile der Methoden dargestellt. Diese Planungs- und Entscheidungshilfe ist als Orientierung anzusehen. Aufgrund örtlicher Randbedingungen und Gegebenheiten kann die Wahl der Aushärtemethoden im Einzelfall abweichen.

BRAWOLINER: Alle Services und Produkte für die Sanierung der Gebäude- und Grund-stücksentwässerung aus einer Hand

BRAWOLINER® ist der Spezialist für die Sanierung von Gebäude-, Grundstücks- und Industrie-Entwässerungsnetzen. Das Geschäft des Systemanbieters beinhaltet drei wesentliche Säulen: BRAWOLINER® – sehr flexibler Schlauchliner für Leitungen DN 50 bis DN 300/400 –, BRAWO Tech® – Spezial-Equipment und Fahrzeugbau und Spray-Liner® – innovatives Sprühverfahren für die Leitungssanierung DN 34 bis DN 150. Die drei starken Marken werden abgerundet durch BRAWO® Services, in dem unter anderem Kunden in den Trainingscentern Kaiserslautern und Bergisch-Gladbach ausgebildet und beraten werden.  Der entscheidende Kundenvorteil: Alle Services und Produkte aus einer Hand – und dies in bewährter, hoher Qualität.

Bild 8: Anwendungsbereiche: BRAWOLINER® und Spray-Liner® zur Sanierung von Gebäude- und Grundstücksentwässerungen
Bild 8: Anwendungsbereiche: BRAWOLINER® und Spray-Liner® zur Sanierung von Gebäude- und Grundstücksentwässerungen